Österreich erobert Hollywood

Österreich erobert Hollywood


Auch für mich starb mit Adam West am 9. Juni 2017 ein Held meiner Jugend. Nein, nicht weil ich ein Babyboomer bin. Die Batman Serie aus den 60er Jahren lief Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre als ewig erscheinende Wiederholung im österreichischen Staatsfernsehen.Wenig bekannt: die Rolle des Mr. Freeze, einem der bekanntesten Gegner Batmans, wurde in dieser Serie von dem österreichischen Schauspieler und Regisseur Otto Preminger verkörpert. Später, 1997 spielte im Film “Batman und Robin” der wohl bekannteste österreichische Export nach Hollywood die Rolle des unterkühlten Bösewichts: Arnold Schwarzenegger.

Auch der eine oder andere James Bond Film kam nicht ohne österreichische Schurken aus. Im Klassiker “Sag niemals nie” (1983) war Klaus Maria Brandauer als Maximillian Largo noch ein einfacher Handlanger von Bonds Widersacher Blofeld. In “Spectre” (2015) übernahm einer der erfolgreichsten Hollywood-Österreicher die Rolle von Blofeld: Christoph Waltz. Der Oscar-Gewinner bereitete uns Österreichern gleich in doppelter Hinsicht Freude: bei seinen Dankesreden vor der Academy 2010 und 2013 durften wir auf einen gebürtigen Wiener stolz sein… und gleichzeitig mussten wir uns nicht für einen grauenhaften Akzent genieren!

Leider gewinnt nicht jedes Jahr ein Österreicher einen Oscar. Michael Haneke etwa ging bei der Verleihung 2010 mit dem schwarz/weiß Epos “Das weiße Band” (2009) leer aus. Dennoch ist Österreich auf kulinarische Weise seit Jahren bei der Verleihung der Academy Awards bestens vertreten. Es ist mittlerweile zu einer Tradition geworden, dass der österreichische Star-Koch Wolfgang Puck mit dem Catering für das Gala-Dinner beauftragt wird.

Nicht nur auf der Leinwand, sondern auch hinter der Kamera haben sich Regisseure aus Österreich in Hollywood ausgetobt. Oder hätten Sie gewusst, dass der Regisseur von “Casablanca” (1942) Michael Curtiz im österreichisch-ungarischen Budapest 1886 als Mihaly Kertesz zur Welt gekommen war? Oder, dass sich hinter dem Namen Samuel Wilder der Macher von “Manche mögen’s heiß” Billy Wilder verbirgt? Bereits in Wien war Billy Wilder mit Fred Zinnemann befreundet gewesen. Letzter drehte 1954 einen Film, der Vorbild für viele weitere Western-Filme werden sollte: “Zwölf Uhr Mittags”.

Die Etablierung des Tonfilms hat so manche Karriere nicht-englischsprachiger Schauspieler in Hollywood zerstört. Ich erwähnte bereits den Regisseur Michael Curtiz. Vielleicht ist ihnen auf dem Wiener Stadtplan auch schon einmal die Filmteichstraße untergekommen. Dort hatte er bemerkenswerte Monumentalfilme gedreht: “Die Sklavenkönigin” und “Soddom und Gomorrah”. Die Hauptdarstellerinnen seiner Filme Maria Corda und Lucy Doraine, beide aus der Monarchie Österreich-Ungarn, waren in Wien gefeierte Stars der Stummfilmszene. Sie versuchten ihr Glück auch in Hollywood, da beide aber Englisch nur mangelhaft sprachen, blieben die Engagements mit dem Erfolg des Tonfilms aus und sie gerieten bald in Vergessenheit.

In Österreich schauen wir uns ausländische Filme meistens in synchronisierten Fassungen an. Dabei wird meisten darauf geachtet, dass die Stimmen der Synchronsprecher ähnlich klingen, wie jene der fremdsprachigen Schauspieler. Wie bereits Maximilan Schell in “Das Urteil von Nürnberg” (1961) synchronisiert sich auch Christoph Waltz selbst. Ganz im Gegensatz zu Arnold Schwarzenegger, der in den deutschen Fassungen seiner Filme vom Berliner Thomas Danneberg synchronisiert wird. Gleichzeitig leiht dieser Synchronsprecher übrigens auch Sylvester Stallone seine Stimme. Das war etwas problematisch als beide im Film “Fluchtplan” (2013) gemeinsam vor der Kamera standen. Arnie erhielt in diesem Film eine neue Synchronstimme.

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